utopiawork
Kritik der Gegenwart und Rückeroberung der Zukunft

Nov
14

= Die Notwendigkeit der Zeit =
(Einheit 2)

Liebe Mitmenschen,

es gibt kein Morgen. Die Erzählungen des Geldes, die Geschichten des Krieges und die Märchen der Macht gehören alle der Vergangenheit an. Es gibt nur das Hier und Jetzt. Befinden wir uns in einer Krise? Ja, wenn wir sie tagtäglich reproduzieren! Wir brauchen nur aufhören, sie zu machen. Eine Krise kann aber auch ein Wendepunkt sein, – der Anfang einer Verbesserung. Wollen wir das? Wenn ja, wie kann etwas verändert oder verbessert werden? Es ist so simpel, dass es schmerzt: Indem wir die Veränderung einfach tun!

Wir leben in der besten aller möglichen Welten. Das ist eine unangenehme Wahrheit, allerdings ist diese relativ. Unsere Welt ist die bestmögliche… für den Augenblick. Ich kann sie mir anders und besser vorstellen. Das ist genug Rechtfertigung, um die Bedingungen und Zustände nicht mehr weiter hin zu nehmen. Meine Ohnmacht gegenüber den Schwierigkeiten der Gegenwart gründet nur auf der Untätigkeit meinerseits und auf der Passivität anderer. Hinzu kommt das aktive Handeln derjenigen, die in der Regel nicht viel Gutes mit der Mehrzahl der Menschen vorhaben.

Anstatt uns voneinander zu trennen können wir uns vereinen. Anstatt zu konkurrieren können wir kooperieren. Unsere Unterschiede dürfen wir durch Gemeinsamkeiten ersetzen. Lasst uns mit neuen Erzählungen beginnen. Keine Geschichte dauert ewig. Wann setzen wir uns endlich ans Lagerfeuer und denken uns erfreuliche und wärmende Märchen aus? Diese Märchen werden wir so wie die bisherigen leben und in die Tat umsetzen.

Es war einmal eine Stadt, nicht unweit von hier. In ihr befanden sich unbewohnte Häuser und leerstehende Fabriken. Kein Lachen war aus den Schulen zu hören, auf den Plätzen und in den Straßen gab es kein Fest und keine Musik. Es war kein einziges Buch in der Stadt zu finden. Unter den Bäumen lagen Metallscheiben und rechteckige Papierstücke umher. Eines Tages versammelte sich eine große Menschengruppe auf dem Marktplatz. Die Menschen kamen von überall her und hatten alle eine lange Reise hinter sich. Sie lernten sich kennen und begannen, die Stadt mit Leben zu füllen. Sie waren sich alle einig, dass dort niemand Not leiden braucht und jeder für den anderen da sein kann. Und alle Frauen und Männer kümmerten sich eifrig umeinander, alle mit den jeweilig vorhandenen Kräften. Sie lernten voneinander und gaben das gemeinsame Wissen und die gemeinsamen Erfahrungen an die Kinder weiter. Selbstverständlich gab es hier und da Auseinandersetzungen und nicht immer lief alles ganz reibungslos ab. Aber je mehr sich die gemeinsamen Fortschritte zeigten, um so mehr verbreitete sich Zuversicht und Glück in jener Stadt, die noch heute existiert. Sie ist gleich dort drüben, Du brauchst nur hinzugehen … … …

Okt
23

= Die Notwendigkeit der Zeit =
(Einheit 1)

Hier auf unserer Erde haben wir Menschen genug von allem, was wir zum Leben brauchen. Es ist alles da. In Wirklichkeit besteht kein Mangel. Neben den materiellen Dingen haben die Menschen auch eine innere Vorstellung von Frieden, Zuneigung, Freundschaft und Liebe. Dabei handelt es sich offenbar um immaterielle Güter, die zum menschlichen Zusammenleben gehören. Die Fähigkeit, solche zwischenmenschlichen Beziehungen herzustellen, ist eine beinahe unerschöpfliche Quelle der Natur.  Der gemeinsame Austausch könnte „grenzenlos“ sein.

Doch was begrenzt die bedingungslose Gemeinschaft? Was hindert den Menschen daran, den materiellen und immateriellen Austausch zum gemeinschaftlichen Wohl aufblühen zu lassen? Dahinter steckt eines der großen Rätsel unserer Zeit. Die Frage nach den Grenzen der Gemeinschaft ist immer auch eine Frage nach der Begrenzung durch den Menschen selbst!

Nach was sehnen wir uns; was sind die Bedürfnisse, die über das Individuum hinaus gehen? Jede Frau hat ihre persönlichen Wünsche im Kopf, jeder Mann seine persönliche Träume. Jeder Mensch trägt diese eigene Welt der immateriellen Vorstellungen in sich. Wir mögen verschieden sein in unseren inneren Weltbildern, doch deren gedankliche und emotionale Entwicklung haben wir immer gemeinsam. Gibt es da nicht etwas, das all die Unterschiede wieder vereint? Was ist das, das uns davon abhält, Gemeinsamkeit in der Verschiedenheit zu entdecken? Vielleicht gibt es zu viele Widersprüche und Bedingungen, die es dem Menschen unmöglich machen, in einer kaum vorstellbaren Einheit zu leben. Vielleicht…

Es gibt keine einfachen Antworten und keine simplen Lösungen. Aber wie sollen wir auch Antworten und Lösungen finden, wenn die Aufgaben und die Probleme nicht richtig benannt werden? Die Menschheit hat sich häufig den widrigsten Umständen widersetzt und auch große Leistungen vollbracht. Die Elemente unseres Planeten haben wir weitgehend bezwungen, wir stoßen sogar in die Bereiche außerhalb der Erde vor. Wir können unseren Luftraum beherrschen, die Meere befahren, wir haben das Feuer bezwungen und nehmen das Land in Besitz. Wir greifen nach dem Kosmos, doch das All in uns bleibt unberührt.

Sobald sich der Mensch dem Menschen in den Weg stellt, scheinen alle Errungenschaften nutzlos zu sein. Alle Fähigkeiten erweisen sich als Unfähigkeit, all unser Wissen schlägt um in Unwissen. Wir erschaffen Not, Unterdrückung und Angst; die Furcht vor uns selbst. Das liegt eben in der Natur des Menschen? Vermutlich schon; aber gerade deshalb müsste unsere eigene „Natur“ Gegenstand unserer Entwicklung sein. Wir führen Kriege, zerstören unsere Umwelt und haben Gruppen, die sich gegenseitig hassen. Doch das alles sind Produkte unseres Inneren; es sind keine Früchte an Bäumen oder Materialien der Außenwelt.

Wenn wir Krieg führen, dann können wir genauso auch keinen Krieg führen. Es ist eine bloße Entscheidung. Wir können hassen – und sind gerade deshalb in der Lage, wiederum nicht zu hassen. Wenn wir etwas angefangen haben, können wir auch damit aufhören. Es gibt in uns Vorstellungen und Erfahrungen von Frieden und von Gemeinsamkeit. Das ist unser Antrieb, darin verbirgt sich die menschliche Motivation. Aber warum kreist die Erde um die Sonne, doch unsere Gedanken kreisen noch immer nicht um unser Wohl?

Es könnte ja sein, dass das Vorhaben der Staaten und anderer Organisationen um jenes „Allgemeinwohl“ kreisen. Und es wäre denkbar, dass es nur ein Unglück und Versehen ist, dass ein paar nationale und internationale Beziehungen einfach schief laufen. Nicht zu vergessen, dass es einige Entwicklungen gibt, die in der Weltgemeinschaft nicht geduldet werden. Terrorismus, Diktaturen und Feindseligkeiten werden gemeinhin abgelehnt und auch bekämpft. Sind wir im gegenwärtigen Verlauf der politischen und wirtschaftlichen Geschehnisse auf dem richtigen Weg? Was deutet überhaupt darauf hin?

Hören wir auf unsere inneren Vorstellungen… stellen wir die Frage an uns selbst, ob unsere Gegenwart mit den Wünschen und Bedürfnissen in Einklang gebracht werden kann? Jede Frau und jeder Mann kann dies für sich selbst tun, jeder Mensch vollzieht einen eigenen Vergleich. Und genau dann passiert das Unvorstellbare: Es gibt Diskrepanzen, es entstehen Differenzen zwischen den inneren Bildern und den äußeren Bedingungen. Und plötzlich gibt es widersprüchliche Entwicklungen im Zusammenleben und im Umgang mit dem Mitmenschen. Gerade auf höchster Ebene, auf der Ebene der Staaten und des sogenannten „globalen Marktes“, verzerren sich dann diese Pläne und Vorhaben. Auf dem Weg in die „obersten Etagen“ entpuppen sich die Wünsche und Hoffnungen als groteske Fratzen, in denen sich die meisten Menschen nicht mehr wieder erkennen können. Doch ist das eine bloße Unzulänglichkeit des Menschen?

Nein, es ist die Unfähigkeit, nach dem einzelnen Menschen zu fragen und nach den tatsächlichen Ursachen zu forschen. Denn in diesem Augenblick trennen sich die Wege der Gemeinsamkeit und der Gemeinschaft. Es ist der Augenblick, in dem sich einzelne Menschen über andere stellen; in dem Neid und Gier erschaffen werden. Genau dann öffnet sich das Tor zur Unterdrückung, zum Hass und zur Feindesligkeit. Doch eines wird dabei vergessen: nicht alle Menschen tun dies, nicht alle Menschen verfolgen den Wettkampf der Stärkeren, nicht alle streben nach Herrschaft über den Schwächeren. Nicht alle!

Aber davon dürfen viele Menschen nichts mitbekommen. Das bestimmen gewisse Interessenskreise; das ist der Wahn einiger weniger menschlichen Wesen. Diejenigen Menschen, die eine andere Vorstellung von Freiheit und Frieden, ja gar von Liebe haben, dürfen sich auf ihre Gemeinsamkeit nicht berufen. Die vermeintlich Stärkeren wollen niemals zulassen, dass sich der Schwächere mit dem Menschen verbündet. Die Gemeinschaft ist für den Stärkeren nur Mittel zum Zweck, um selbst der Stärkere und Mächtigere zu bleiben.

Das Dilemma ist, dass die Unterwerfung des Menschen unter den Menschen eine Tatsache des täglichen Zusammenlebens ist, aber gleichzeitig auch eine Fiktion des Unterdrückers. Es ist der Traum des Stärkeren, den der Schwächere zulässt. Und der Schwächere versetzt sich damit in den traumlosen Tiefschlaf, ohne Erinnerung oder Bewusstsein.

Kehren wir langsam zurück in den Wachzustand… Du liest diesen Text. Du, lieber Leser, kannst diesen Überlegungen zustimmen oder sie ablehnen, und das aus den verschiedensten Gründen. Niemand außer Dir selbst weiß, welche Pläne Du verfolgst oder welche Vorstellung Du vom Menschen hast. Ich als Verfasser habe keinen blassen Schimmer, ob Du ein menschenverachtender Unterdrücker, ein machtgieriger Mitläufer oder ein Individuum bist, das den Menschen noch nicht aufgegeben hat.
Hast Du Angst, bist Du enttäuscht über die Ereignisse in der Welt? Siehst Du die Gefahren, die vom Menschen selbst geschaffen werden? Möchtest Du so weiter machen wie bisher?

Ich mache Dir einen Vorschlag: Ich habe kein Geld, ich habe keine Macht. Ich habe keine Mittel, Dich zu bedrohen; und ich habe kein Interesse daran, Dir etwas anzutun oder Dich zu verletzen. Aber ich biete Dir meine Freundschaft an. Vielleicht haben wir mehr Gemeinsamkeiten als Du und ich es uns vorstellen können.
Ich möchte Dich als Mensch anerkennen. Ich bin nicht stärker als Du; ich habe meine Fähigkeiten und Stärken, so wie Du eben Deine hast. Ich biete Dir alles was ich habe an, es soll nicht zu meinem Nachteil sein. Hier ist mein Wissen, hier meine Zuneigung, hier all das, was wir gemeinsam nutzen können. Du darfst Dich mit Deinem Können und Deinem Einsatz beteiligen.

Wie soll das funktionieren?
Hast DU mir soeben diese Frage gestellt? Wer sagt denn eigentlich, dass es nicht geht? War das eine Stimme in Dir? Ich kenne diese Stimme, aber ich höre ihr nicht mehr weiter zu. War es ein Politiker, ein Manager, ein General? Ich versuche, diesen Stimmen auch nicht mehr zuzuhören.
Du träumst von Geld, Du möchtest noch viel mehr davon? Du strebst nach Macht? Du weißt überhaupt nicht, von was ich spreche?

Ich brauche mehr als nur Geld. Ich benötige mehr als nur Macht. Denn ich brauche Dich. Ich brauche nicht den Tyrannen und ich brauche nicht den Ignoranten. Ich brauche den Menschen, der sich den gemeinsamen Chancen bewusst ist. Sind wir schon zu zweit, zu dritt, zu viert… was meinst Du?
Gibt es mehr Unterdrücker des Menschen oder mehr klein gehaltene, liebenswerte Menschen? Was meinst Du?

Es sind mehr als genug da. Und für alle kann gesorgt sein. Niemand muss wirklich Not leiden, niemand ist weniger wert. Jede Frau und jeder Mann besitzt die wertvollen Güter aus dem Inneren des Menschen. Materielle Güter sind ebenso in Massen vorhanden. Beenden wir den Traum des Stärkeren, der nur auf einer Annahme seiner Stärke und seiner Macht beruht!

Ich mache Dir noch einen Vorschlag, den Du in Wirklichkeit nicht ablehnen kannst:
Ich bin ein Mensch und ICH bin dabei, den Menschen zu befreien!

Florian S. / 15.10.2008

Sep
13

Die auf der Hand liegende Problematik ist immer noch, dass die Schwierigkeiten und Gefahren, die vor uns liegen (und uns schon gegenwärtig sind) nur einem relativ geringen Anteil der Bevölkerung bewusst vor Augen liegen.
Die allgemeine Unzufriedenheit, die Angst, Arbeitslosigkeit, Perspektivenlosigkeit etc. etc. sind nur latente Ahnungen und Massenbegleiterscheinungen.
Die Sehnsucht nach Leben, Freiheit und Frieden hat sich noch nicht in Tun, in Handeln und Denken umgesetzt.

Wir haben bislang kein Rezept, keine Strategie, keine Pläne, das Ruder deutlich herumzureißen. Außerdem ist uns „Etwas“ (die Elite, die Herrschaft, die Regierung, wer auch immer) stets einen Schritt voraus; so mein Eindruck.
Noch rennt die Freiheit der Unterdrückung hinterher…

Was „Groß“ ist und was „Klein“, um was für ein quantitatives Ideal es geht, ist hierbei weniger von Bedeutung, da alles ein Puzzleteilchen im Gesamtbild darstellt. Ein Forum als Anlaufstelle für Gleichgesinnte bieten, ist ein Aspekt, eine Aktionsgemeinschaft voran bringen wiederum ein weiterer…
All diese Aspekte bilden zusammengenommen ein qualitatives Ideal, das es zu erfüllen gilt!

Jedoch: Was dann? Und wie weiter? Wie/Wann fangen wir an, darüber hinaus zu denken?

Was benötigen wir, um sozusagen nach den Sternen zu greifen und unser Schicksal in die Hände zu nehmen? Gemeinsam, für Alle!?

Ich weiß ja noch nicht mal, von was die Rede sein könnte! Von Revolution, von bloßem mentalen Widerstand, von Überleben, von Was? Ich denke wir haben gar keinen Begriff von dem, was auf uns zu kommt. Wir kennen nur einige Parallelen aus der Geschichte und haben vage Vorahnungen und ziehen unsere mehr oder minder konsequenten Schlüsse daraus.

Was sich hinter dem düsteren Vorhang der Geschehnisse um uns herum verbirgt, wissen wir gar nicht!

Aber könnten wir uns vorstellen, den Vorhang zu zerreissen, wollen wir es wagen, hinter die Kulissen dieser Realität zu schauen???
Erschaffen wir unser eigenes Bühnenbild?

Ja, wir dürfen noch träumen, und lieben und lachen… wir müssen es sogar, denn wir sind fähig dazu; fähig zu weinen, zu hassen, aber eben auch zu lieben und glücklich zu sein.
Und einige sind vermutlich sogar verpflichtet (auserwählt???), all ihre Fähigkeiten, ihr Wissen und ihr Können in die Waagschale zu legen, um von den grenzenlosen Möglichkeiten hinter dem Vorhang ein klareres Bild zu erhalten.

Vor uns liegen Täuschungen, Enttäuschungen, Schmerzen, Wunder… bis wir erst zum Vorhang gelangen können…
und dann… öffnet sich ein Spalt, und dahinter: … Nichts.

Früher oder später müssen wir uns auch damit auseinander setzen,
was wir überhaupt dort vorfinden wollen, und welche Mittel und Wege GERECHTfertigt sind, das alles zu erreichen!

Preguntando Caminamos… fragend schreiten wir voran.
Wenn die Ungewissheit einer schlagartigen Gewissheit weichen sollte, müssen wir schon vorbereitet sein. Denn dann erst schlägt DIE Stunde, der „Kairos“ – der rechte Augenblick!
Bevor wieder die altbekannten Mächte in neuen Formen die Herrschaft an sich reißen, müssen Herrschaft und Macht mehr und mehr irrelevant geworden sein.

Das ist die abstrakte Aufgabe. Füllen wir sie mit Leben!
Dann ist nichts mehr undenkbar, hinter dem Vorhang…
Möge uns das in Erinnerung bleiben.

Ein blauer Himmel für Alle.

F.S. / Stuttgart im September 2008

Aug
02
Jan
17

Es ist wahr. Zuerst streiken die Lokführer, die Bevölkerung ist empört. Denn die halbe Republik kommt nicht mehr (rechtzeitig) zur Arbeit. Anschließend einigen sich die Verhandlungspartner, Prozentpunkte werden hin- und hergeschoben und Verträge kommen zum Abschluss. Prompt muss das Ganze kompensiert werden, nachdem die Menschen wieder ihrem Trott nachgehen und sich teuer – aber CO2-neutral – an den Arbeitsplatz deportieren lassen.
Der Bahnchef hat die Rechenfunktion seines Nokia-Handys ausprobiert und ist zum Ergebnis gekommen: Lohnerhöhung = Mehrkosten = Fahrkartenerhöhung.
Die vorhergehenden Preisanhebungen wurden in den letzten Jahren noch von überbezahlten Schmalspur-Controllern auf den Ticketrückseiten berechnet.

Diese Lokführer… dabei hätten sie das ganze Land in der Hand. Wie abhängig wir doch von solchen Arbeitnehmern sind, die mit ihren überzogenen Forderungen nicht nur den Transport erschweren sondern auch noch Preistreiber sind. Da faseln diese Exoten im Triebwagen von Streik und unsere Wirtschaft droht umgehend zusammen zu brechen. Ich wette, noch vor wenigen Wochen war einigen Nokia-Angestellten die GDL ein Dorn im Auge. Heute wäre es besser, sie würden sich mit der DB-Belegschaft auf die Gleise legen…

Jan
17

Mehr oder weniger 4000 Arbeitsplätze stehen bei Nokia in Bochum auf dem Spiel. Der finnische Handy-Konzern soll Subventionen erhalten haben; und plant nun ein Werk in Rumänien. Irgendwie klingt das alles doch logisch. Mit subventionierten Handys kennt man/frau sich ja aus, nicht zuletzt bei Nokia. Der Hersteller nutzt im Grunde bloß die Gunst der Stunde. Zuerst halten sich die Konsumenten die vermutlich gesundheitsschädlichen Mobiltelefone an den Schädel; dann verlieren die braven Mitarbeiter und die lieben Mitarbeiterinnen ihre Jobs – weil die Deutschen zu teuer sind.

Schließlich ist es besser, Steuergelder in Arbeitsplätze zu pumpen, um anschließend weitere Subventionen in andere Standorte aufgehen zu lassen. Deshalb erweitern die Europäer auch gerne ihre EU, damit noch günstiger produziert werden kann. Es geht auch billiger. Wir sind doch nicht blöd. Wer diese Logik nicht durchschaut, darf weiter Preise vergleichen und sich selbst bei eBay verhökern. Wie naiv sollte eine Gesellschaft bleiben, damit sie nicht zu sagen wagt: Nö !!!!? (Ya basta!)

Warum basteln die ehemaligen „Familienmitglieder“ trotzig an den beliebten Funkknochen weiter? Einige Nokia-Angestellte schwärmen immernoch vom ehemaligen Betriebsklima und von den schönen Zeiten in der kuscheligen Firma. Längst schon zeigen sich vor aller Augen die Fratzen der Unternehmen. Aber die dämonischen Kapitalverhältnisse werden von den Menschen viel zu leichtfertig in kleine Teufelchen verwandelt, die nur das „Spielzeug“ ihrer Sklaven klauen. Nein, die Leute werden ganz offensichtlich und irgendwie äußerst lässig für dumm verkauft. Zwischendurch saniert sich Nokia dumm und dämlich – und lacht sich ins Fäustchen. (Obwohl es eine riesige Faust ist, die alles zerschlagen kann, wenn sie Lust darauf hat!)

Die Tragik darin ist, dass es keinen „Herr Nokia“ gibt, dem das Nokia-Heer die Akkus hinterherwerfen könnte. Es scheint unmöglich zu sein, sich einen Verantwortlichen zu schnappen, um ihn in einer finnischen Sauna durch Zwangsarbeit zur Besinnung zu bringen. Konzerne sind eben anonym, global, abstrakt – und im wahrsten Sinne des Wortes: nicht zu fassen. Es wäre vielleicht am besten, das N, das I und das A abzumontieren und unter Eigenregie weiter mobile Telefone zu bauen. Dann ist alles OK. Denkt mal darüber nach…