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Kritik der Gegenwart und Rückeroberung der Zukunft

Die Notwendigkeit der Zeit (I)

= Die Notwendigkeit der Zeit =
(Einheit 1)

Hier auf unserer Erde haben wir Menschen genug von allem, was wir zum Leben brauchen. Es ist alles da. In Wirklichkeit besteht kein Mangel. Neben den materiellen Dingen haben die Menschen auch eine innere Vorstellung von Frieden, Zuneigung, Freundschaft und Liebe. Dabei handelt es sich offenbar um immaterielle Güter, die zum menschlichen Zusammenleben gehören. Die Fähigkeit, solche zwischenmenschlichen Beziehungen herzustellen, ist eine beinahe unerschöpfliche Quelle der Natur.  Der gemeinsame Austausch könnte „grenzenlos“ sein.

Doch was begrenzt die bedingungslose Gemeinschaft? Was hindert den Menschen daran, den materiellen und immateriellen Austausch zum gemeinschaftlichen Wohl aufblühen zu lassen? Dahinter steckt eines der großen Rätsel unserer Zeit. Die Frage nach den Grenzen der Gemeinschaft ist immer auch eine Frage nach der Begrenzung durch den Menschen selbst!

Nach was sehnen wir uns; was sind die Bedürfnisse, die über das Individuum hinaus gehen? Jede Frau hat ihre persönlichen Wünsche im Kopf, jeder Mann seine persönliche Träume. Jeder Mensch trägt diese eigene Welt der immateriellen Vorstellungen in sich. Wir mögen verschieden sein in unseren inneren Weltbildern, doch deren gedankliche und emotionale Entwicklung haben wir immer gemeinsam. Gibt es da nicht etwas, das all die Unterschiede wieder vereint? Was ist das, das uns davon abhält, Gemeinsamkeit in der Verschiedenheit zu entdecken? Vielleicht gibt es zu viele Widersprüche und Bedingungen, die es dem Menschen unmöglich machen, in einer kaum vorstellbaren Einheit zu leben. Vielleicht…

Es gibt keine einfachen Antworten und keine simplen Lösungen. Aber wie sollen wir auch Antworten und Lösungen finden, wenn die Aufgaben und die Probleme nicht richtig benannt werden? Die Menschheit hat sich häufig den widrigsten Umständen widersetzt und auch große Leistungen vollbracht. Die Elemente unseres Planeten haben wir weitgehend bezwungen, wir stoßen sogar in die Bereiche außerhalb der Erde vor. Wir können unseren Luftraum beherrschen, die Meere befahren, wir haben das Feuer bezwungen und nehmen das Land in Besitz. Wir greifen nach dem Kosmos, doch das All in uns bleibt unberührt.

Sobald sich der Mensch dem Menschen in den Weg stellt, scheinen alle Errungenschaften nutzlos zu sein. Alle Fähigkeiten erweisen sich als Unfähigkeit, all unser Wissen schlägt um in Unwissen. Wir erschaffen Not, Unterdrückung und Angst; die Furcht vor uns selbst. Das liegt eben in der Natur des Menschen? Vermutlich schon; aber gerade deshalb müsste unsere eigene „Natur“ Gegenstand unserer Entwicklung sein. Wir führen Kriege, zerstören unsere Umwelt und haben Gruppen, die sich gegenseitig hassen. Doch das alles sind Produkte unseres Inneren; es sind keine Früchte an Bäumen oder Materialien der Außenwelt.

Wenn wir Krieg führen, dann können wir genauso auch keinen Krieg führen. Es ist eine bloße Entscheidung. Wir können hassen – und sind gerade deshalb in der Lage, wiederum nicht zu hassen. Wenn wir etwas angefangen haben, können wir auch damit aufhören. Es gibt in uns Vorstellungen und Erfahrungen von Frieden und von Gemeinsamkeit. Das ist unser Antrieb, darin verbirgt sich die menschliche Motivation. Aber warum kreist die Erde um die Sonne, doch unsere Gedanken kreisen noch immer nicht um unser Wohl?

Es könnte ja sein, dass das Vorhaben der Staaten und anderer Organisationen um jenes „Allgemeinwohl“ kreisen. Und es wäre denkbar, dass es nur ein Unglück und Versehen ist, dass ein paar nationale und internationale Beziehungen einfach schief laufen. Nicht zu vergessen, dass es einige Entwicklungen gibt, die in der Weltgemeinschaft nicht geduldet werden. Terrorismus, Diktaturen und Feindseligkeiten werden gemeinhin abgelehnt und auch bekämpft. Sind wir im gegenwärtigen Verlauf der politischen und wirtschaftlichen Geschehnisse auf dem richtigen Weg? Was deutet überhaupt darauf hin?

Hören wir auf unsere inneren Vorstellungen… stellen wir die Frage an uns selbst, ob unsere Gegenwart mit den Wünschen und Bedürfnissen in Einklang gebracht werden kann? Jede Frau und jeder Mann kann dies für sich selbst tun, jeder Mensch vollzieht einen eigenen Vergleich. Und genau dann passiert das Unvorstellbare: Es gibt Diskrepanzen, es entstehen Differenzen zwischen den inneren Bildern und den äußeren Bedingungen. Und plötzlich gibt es widersprüchliche Entwicklungen im Zusammenleben und im Umgang mit dem Mitmenschen. Gerade auf höchster Ebene, auf der Ebene der Staaten und des sogenannten „globalen Marktes“, verzerren sich dann diese Pläne und Vorhaben. Auf dem Weg in die „obersten Etagen“ entpuppen sich die Wünsche und Hoffnungen als groteske Fratzen, in denen sich die meisten Menschen nicht mehr wieder erkennen können. Doch ist das eine bloße Unzulänglichkeit des Menschen?

Nein, es ist die Unfähigkeit, nach dem einzelnen Menschen zu fragen und nach den tatsächlichen Ursachen zu forschen. Denn in diesem Augenblick trennen sich die Wege der Gemeinsamkeit und der Gemeinschaft. Es ist der Augenblick, in dem sich einzelne Menschen über andere stellen; in dem Neid und Gier erschaffen werden. Genau dann öffnet sich das Tor zur Unterdrückung, zum Hass und zur Feindesligkeit. Doch eines wird dabei vergessen: nicht alle Menschen tun dies, nicht alle Menschen verfolgen den Wettkampf der Stärkeren, nicht alle streben nach Herrschaft über den Schwächeren. Nicht alle!

Aber davon dürfen viele Menschen nichts mitbekommen. Das bestimmen gewisse Interessenskreise; das ist der Wahn einiger weniger menschlichen Wesen. Diejenigen Menschen, die eine andere Vorstellung von Freiheit und Frieden, ja gar von Liebe haben, dürfen sich auf ihre Gemeinsamkeit nicht berufen. Die vermeintlich Stärkeren wollen niemals zulassen, dass sich der Schwächere mit dem Menschen verbündet. Die Gemeinschaft ist für den Stärkeren nur Mittel zum Zweck, um selbst der Stärkere und Mächtigere zu bleiben.

Das Dilemma ist, dass die Unterwerfung des Menschen unter den Menschen eine Tatsache des täglichen Zusammenlebens ist, aber gleichzeitig auch eine Fiktion des Unterdrückers. Es ist der Traum des Stärkeren, den der Schwächere zulässt. Und der Schwächere versetzt sich damit in den traumlosen Tiefschlaf, ohne Erinnerung oder Bewusstsein.

Kehren wir langsam zurück in den Wachzustand… Du liest diesen Text. Du, lieber Leser, kannst diesen Überlegungen zustimmen oder sie ablehnen, und das aus den verschiedensten Gründen. Niemand außer Dir selbst weiß, welche Pläne Du verfolgst oder welche Vorstellung Du vom Menschen hast. Ich als Verfasser habe keinen blassen Schimmer, ob Du ein menschenverachtender Unterdrücker, ein machtgieriger Mitläufer oder ein Individuum bist, das den Menschen noch nicht aufgegeben hat.
Hast Du Angst, bist Du enttäuscht über die Ereignisse in der Welt? Siehst Du die Gefahren, die vom Menschen selbst geschaffen werden? Möchtest Du so weiter machen wie bisher?

Ich mache Dir einen Vorschlag: Ich habe kein Geld, ich habe keine Macht. Ich habe keine Mittel, Dich zu bedrohen; und ich habe kein Interesse daran, Dir etwas anzutun oder Dich zu verletzen. Aber ich biete Dir meine Freundschaft an. Vielleicht haben wir mehr Gemeinsamkeiten als Du und ich es uns vorstellen können.
Ich möchte Dich als Mensch anerkennen. Ich bin nicht stärker als Du; ich habe meine Fähigkeiten und Stärken, so wie Du eben Deine hast. Ich biete Dir alles was ich habe an, es soll nicht zu meinem Nachteil sein. Hier ist mein Wissen, hier meine Zuneigung, hier all das, was wir gemeinsam nutzen können. Du darfst Dich mit Deinem Können und Deinem Einsatz beteiligen.

Wie soll das funktionieren?
Hast DU mir soeben diese Frage gestellt? Wer sagt denn eigentlich, dass es nicht geht? War das eine Stimme in Dir? Ich kenne diese Stimme, aber ich höre ihr nicht mehr weiter zu. War es ein Politiker, ein Manager, ein General? Ich versuche, diesen Stimmen auch nicht mehr zuzuhören.
Du träumst von Geld, Du möchtest noch viel mehr davon? Du strebst nach Macht? Du weißt überhaupt nicht, von was ich spreche?

Ich brauche mehr als nur Geld. Ich benötige mehr als nur Macht. Denn ich brauche Dich. Ich brauche nicht den Tyrannen und ich brauche nicht den Ignoranten. Ich brauche den Menschen, der sich den gemeinsamen Chancen bewusst ist. Sind wir schon zu zweit, zu dritt, zu viert… was meinst Du?
Gibt es mehr Unterdrücker des Menschen oder mehr klein gehaltene, liebenswerte Menschen? Was meinst Du?

Es sind mehr als genug da. Und für alle kann gesorgt sein. Niemand muss wirklich Not leiden, niemand ist weniger wert. Jede Frau und jeder Mann besitzt die wertvollen Güter aus dem Inneren des Menschen. Materielle Güter sind ebenso in Massen vorhanden. Beenden wir den Traum des Stärkeren, der nur auf einer Annahme seiner Stärke und seiner Macht beruht!

Ich mache Dir noch einen Vorschlag, den Du in Wirklichkeit nicht ablehnen kannst:
Ich bin ein Mensch und ICH bin dabei, den Menschen zu befreien!

Florian S. / 15.10.2008

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